Gedanken über das Denken

Ich gestehe, ich belausche unglaublich gerne das Geplauder anderer Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Oder anders gesagt: Es nervt mich eigentlich kolossal, wenn jemand seine akustischen Statusmeldungen so dezent vorträgt, wie seinerzeit Pavarotti seine Arien. Stellt sich jedoch ein gewisser Unterhaltungswert heraus, bin ich geneigt, dem mein Gehör auch auf freiwilliger Basis zu schenken.

Heute jedenfalls referierten ein paar Jugendliche (die das mit der Akustik meist am besten beherrschen) ausgelassen unter anderem über sich wie Mannsweiber kleidende Mädchen, die Wertigkeit von Bananenschalen für "Leute vom Osten", die Erneuerung der Mauer, Schlägereien vor der Disco und die Preise der Sixpacks im Sonderangebot. Da ließ einer vernehmen: "Also, ich denk so innerlich, dass..."

Und ich dachte so (innerlich): hä?

...vielleicht ist der Rat "denke, bevor du sprichst" für manche Menschen ein körperlich so spürbarer Kraftaufwand, dass sie ihn in der Beschreibung besonders hervorheben müssen und der Vorgang des Sprechens gleichbedeutend wird mit "äußerlich denken"...?

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