Montag, 28. November 2011

Verwechslungsgefahr

"Meine Puppe ist weg", schluchzt heute eine Sechsjährige herzerweichend in mein Ohr. "Wie sieht sie denn aus?", frage ich. - "Sie hat rote Haare, ein Glitzerkleid und Windpocken."

Windpocken? Es dauert einen verwirrten Moment, bis der Groschen fällt: "Du meinst, sie hat Sommersprossen?" - "Ach so, ja, hab ich verwechselt."

Kann ja mal passieren.

Dienstag, 15. November 2011

Donnerstag, 10. November 2011

Neulich um acht

Womöglich hatte der 7jährige D. die Bedeutung des Begriffes 'Irreversibilität' noch nicht ganz erfasst, als er uns mitteilte: "Ausgestorbene Tiere sind sehr selten." Vielleicht wollte er auch nur testen, ob wir alle schon wach sind.

Mittwoch, 9. November 2011

Ich hab da mal was vorbereitet...



Gelegentlicher Genuss von Meerrettich aus kleinen Gläsern führt unter Umständen irgendwann zu exorbitanter Ansammlung von Gewürzstauraum.

Montag, 17. Oktober 2011

Das Wort zum Montag

"Falsche Ansichten zu widerrufen erfordert mehr Charakter, als sie zu verteidigen."

(Arthur Schopenhauer)

Sonntag, 31. Juli 2011

Als Kind dachte ich...

...dass Architekte Ärzte sind, die anderen Leuten in den Po gucken und freute mich immer, wenn Mama sagte, dass wir noch ne Runde im Karree fahren, bevor es nach hause geht, weil ich glaubte, sie meinte, wir führen gleich Karussell.

Samstag, 30. Juli 2011

Dienstag, 26. Juli 2011

Ich bin jetzt Gärtner.


Eines Tages beschloss ich versehentlich, meine Paprika jetzt selbst anzupflanzen. Im Spülbecken. Wo sonst.

Samstag, 23. Juli 2011

Ich bin wichtig, das ist wichtig.

Es gibt Menschen, die sind irgendwie unsichtbar. Die wollen das so. Die sind für sich, man kriegt nicht viel von ihnen mit, die sind einfach da, fallen aber niemandem groß auf. Die wohnen in ihrer Gegend, in ihrem Haus, grüßen die Nachbarn, halten vielleicht auch mal n Quätscherchen, geh'n um die Ecke einkaufen, pflanzen Blümchen auf ihren Balkon oder auch nicht, gucken mal ausm Fenster, kriegen mal Besuch, gehn aus und kommen wieder heim. Sowas eben. Vielleicht haben die auch n Blog, falls ihnen mal danach ist, gesehen zu werden. Wer weiß das schon so genau.
Doch so richtig wichtig isses ja eben auch nicht, was Herr Weißdergeier von gegenüber, mit dem man zufällig in der selben Stadt wohnt und der gerne unsichtbar bleiben möchte, macht.

So.

Und dann gibts Menschen, die sind alles andere als unsichtbar. Und: die wollen das auch so!
Die möchten bemerkt werden, jeder soll wissen, dass sie existieren, alle sollen mitkriegen, was sie zu sagen haben. Und ich meine ALLE. Die stehen hinter dir im Supermarkt an der Kasse und erörtern mit ihrem Bekannten, der nen halben Meter weiter steht, die letzte Party in einer Lautstärke, als würden sie mit Afrika telefonieren. Die stehen bei Wind und Wetter halbnackt, weil Mcfit-gepimpter (zugegeben) Adoniskörper, aufm Balkon, um ja gesehen zu werden und vor allem auch ja nicht zu verpassen, wenn sie gesehen werden. Die streiten auf offener Straße so laut in ihr Handy, dass du nicht anders kannst, als regen Anteil an ihrer aktuellen Gemütsverfassung zu nehmen.
Wer von so viel mutwilliger Präsenz beeindruckt ist, mit dem schließen sie in Lichtgeschwindigkeit Freundschaft. Alle anderen werden misstrauisch ins Visier genommen und bekommen unter Garantie beim nächsten Mal eine weitere Kostprobe ihrer gewaltigen Bedeutsamkeit. - Es könnte ja sein, dass sie einen doch noch für sich gewinnen. Und wenn nicht, machen sie eben Krach, um den Feind in die Flucht geschlagen zu wissen.
Die sind da, ob du willst oder nicht, denn du hast keine Chance, sie auszublenden, weil sie genau dafür sorgen.

Da, wo ich wohne, gibt es einige Abstufungen dieser zuletzt beschriebenen Exemplare.
Und es ist mit ihnen, wie mit den Trollen: der Dümmste, Lauteste und Dreisteste ist König. Zu meinem Verdruss wohnt der hiesige König gleich nebenan.

Vor kurzem ist ein weiterer Troll hierher gezogen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die sich finden und anfreunden.
Ich hingegen befürchte in naher Zukunft einen Kampf um die Krone: Die scheinen sich ziemlich ebenbürtig zu sein.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Hund oder Herrchen?

Da stehe ich so an der Straße und warte auf grün.
Grabbelt mir plötzlich was am Hintern rum. Ich dreh mich um, steht da n Mann hinter mir. Hat aber n Hund an der Leine, der sich wohl mal erkundigen wollte, was bei mir so los is und wer ich bin oder so...
Jedenfalls zieht der Mann ruckartig seinen Hund von mir zurück und sagt ganz ehrlich erschrocken: "Entschuldigung!"

Ich: "Kein Problem. War'n sie ja nicht, oder?"

...dazu fiel ihm dann auch nix mehr ein.

Sonntag, 3. Juli 2011

Zwitscher, zwitscher

"Ich weiß nicht, ob ich 'Spatz' großschreiben muss. Wenn ich ihn anfassen will, fliegt er ja weg...", zweifelte vor einigen Wochen eine Erstklässlerin an der (zweifelhaften) Eselsbrücke "alles, was man anfassen kann, wird groß geschrieben".

Ich ersparte ihr und mir die Erklärung, dass die deutsche Sprache gerade wegen der Vögel nicht gänzlich auf Groß- und Kleinschreibung verzichten sollte. Jedenfalls wusste ich nicht, wie ich ihr kindgerecht hätte erklären können, dass Ursel nicht zwangsläufig eine Vogelliebhaberin sein muss, nur weil sie gut zu vögeln ist.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Das Wort zum Mittwoch

"Wenn wir nicht sagen, was wir sagen wollen,
hören die anderen nur, was sie hören wollen."

(Ernst Ferstl)

Montag, 13. Juni 2011

Überzeugte Zeugen


Wenn ich mit dem Rad fahre, sehe ich sie. Zwei ihrer Vertreter stehen, egal zu welcher Uhrzeit, immer an der gleichen Stelle und lächeln mir freundlich zu, repräsentativ in der Hand ihre fragwürdigen Heftchen.
Ich habe mich noch nie umgedreht, um zu gucken, ob sie mit dem Lächeln aufgehört haben, wenn ich vorbei gefahren bin.
Auch empfinde ich einen ambivalenten Respekt für diese zur Schau getragene Gelassenheit, die doch dem Bewusstsein zu entspringen scheint, von den meisten Menschen für bekloppt gehalten zu werden, es aber besser als diese zu wissen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Warum ich Katzen mag


Weil man sich die größte Mühe gibt, seiner Katze einen kuschligen Platz einzurichten, während diese sich längst mit dem Hausmüll angefreundet hat.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Seltsame Sache

Neulich hatte ich eine Vier-Käse-Pizza mit richtig viel Knoblauch zum Abendbrot. Lecker!
Da fällt mir ein, dass ich nochmal in die Apotheke muss.
Also ab auf's Rad, rein in die Apotheke.
Als ich bezahlen will, sagt die Apothekerin zu mir: "Ach, warten sie, ich geb ihnen noch eine richtig tolle Zahncreme mit. Gratis!" 

Ob da irgendein Zusammenhang besteht?

Freitag, 11. Februar 2011

Das liegt in der Natur der Sache

Eigentlich kenne ich nur Männer, die über einen Furz so herzhaft lachen können, dass es schon fast an Hingabe grenzt.
Ich habe schon mal ein männliches Subjekt vor Lachen vom Stuhl fallen sehen, weil jemand einen Furzgag machte.
In Gruppen mit überdurchschnittlich hoher männlicher Teilnehmeranzahl lassen sich mithilfe von blähenden Methoden sogar gruppendynamische Prozesse beschleunigen, und enge Freundschaften, die einen Furz weit überdauern, entstehen.

Wir Frauen gehen ja mit diesem Thema eher erwachsen um: Man macht es halt, aber es wird nicht drüber geredet.

Kürzlich meinte ich, die Erkenntnisse meiner Studie diesbezüglich um ein elementares Fragment erweitern zu können: Die Affinität zur Offenlegung blähender Handlungen scheint sich schon in der Kindheit zu manifestieren.

So werde ich Zeuge, wie sich zwischen zwei Jungen im Alter von 7 und 9 Jahren folgende Situation zuträgt:

M. und F. sitzen einträchtig schweigend nebeneinander am Tisch und malen.
Wie einer plötzlichen Eingebung folgend, trällert M. auf einmal erfreut:
"Ich hab gefu-hurzt!"
Woraufhin F. vernehmlich rülpst und beide Jungen dann prustend vor Lachen über ihrem Bild zusammenbrechen.

Einige Tage später berichtet mir selbiger F. übrigens beim Essen begeistert: "Wenn ich eine Flasche Selters austrinke, kann ich alle Namen unserer Klasse rülpsen."

Um eine wohlwollende Haltung bemüht, beglückwünsche ich ihn zu seinem Talent, beschwöre ihn aber eindringlich, dieses nicht während des Essens unter Beweis zu stellen.

Montag, 24. Januar 2011

Alltagsbilder

Heute Vormittag auf dem Weg zur Arbeit.

Ich laufe die Straße entlang und sehe eine Frau in meine Richtung rennen. Ein junger Mann rennt ihr mit ca. 20m Abstand hinterher. Ich versuche im Gesicht der Frau zu lesen, kann aber nicht erkennen, ob sie in irgendeiner Beziehung zu dem Mann steht. Sie wirkt gehetzt. Schon ist sie an mir vorbei, der junge Mann immer noch hinter ihr her, ohne das Tempo zu verringern, als plötzlich zwei ältere Herren links von mir aus einem Geschäft stürzen und sich schnaufend an die Fersen der Frau heften. Kurz darauf saust der junge Mann an mir vorbei.
Ziemlich verdutzt bleibe ich stehen, drehe mich um, ob der irren Verfolgungsjagd und stelle fest, dass die Frau ihr Tempo drosselt und sich im Laufen hektisch umsieht. Die Männer haben sie beinahe erreicht und werden ebenfalls langsamer.
Auf einmal bemerke ich die Bushaltestelle. Noch im umschauen, fährt der Bus an mir vorbei.

Heute Abend auf dem Weg nach Hause.

Ich stehe an der Bushaltestelle und warte artig auf meinen Bus. Plötzlich fährt ein Mannschaftswagen der Polizei heran und hält direkt vor mir. Die Tür springt auf und vier bullige Polizisten in Uniform springen heraus, einer spricht in ein Funkgerät und schaut sich suchend um. Zackig und zielstrebig gehen sie an mir vorbei die Straße rauf.
Erneut geht die Tür auf und zwei weitere Polizisten springen heraus und laufen zielstrebig die Straße rauf. Oha, denke ich, Großeinsatz? Was wohl passiert ist?
Und dann bemerke ich die Geldbörsen in ihren Händen...
An der Dönerbude bleiben sie stehen und bestellen.

Gern hätte ich heute morgen auch das Bild festgehalten, dass sich mir bot, als ich aus dem Bus stieg:

Zwei Jugendliche sitzen still an der Bushaltestelle und beobachten amüsiert einen Vogel, der ebenfalls still und ganz nah zu ihren Füßen sitzt und in typischer Vogelmanier schräg zu ihnen hinaufblinzelt.
Es sah aus, als würden die drei einträchtig miteinander konferieren.