Winterallerlei

Der Winter hat uns im Griff. Schneefront auf dem Vormarsch. Hilfe, ich kann mein Haus nicht finden. Schneemann gestohlen.

So oder so ähnlich lauten dieser Tage die Schlagzeilen.
Die vorweihnachtliche Hektik, die meinetwegen nun endlich ihre Berechtigung findet (nur noch 8 Tage und ich habe noch kein einziges Geschenk, geschweige denn Ambitionen dieser Art), wird vom Schnee zwar einigermaßen gedämpft. Aber der Winter, der uns angeblich (wir Berliner sind ja soo egozentrisch!) lahmgelegt haben soll, sorgt eher dafür und das sehr gewissenhaft, dass die Menschen sich noch über etwas anderes Gedanken machen können, als über Terrormeldungen oder wiki*eaks.

Ja, die S-Bahn ist kein ernstzunehmendes Verkehrsmittel und fährt manchmal einfach zurück, anstatt weiter. Okay, der Bus kommt oft zu spät. Und stimmt, die U-Bahnen sind total verstopft.
Dafür laufe ich morgens eine Viertelstunde, was viel gesünder ist, als 5 Minuten bequem im Bus zu sitzen. Kleine Kinder sind so lustig eingepackt, dass sie wie Geschenke aussehen und wie Pinguine laufen. Der Schnee lässt alles heller erscheinen, wo es sonst dunkler wäre. Und auf eb*y kann man Schneehaufen ersteigern, falls man keinen mehr abgekriegt hat.
Manchmal nervt es zwar ein bisschen, wenn man den dritten Tag in Folge von den selben U-Bahn-Musikanten mit den selben Weihnachtsliedern in Stimmung versetzt werden soll. Aber letztlich war ich vor ein paar Tagen doch sehr dankbar für den flotten Weihnachtboogie, der mich vorübergehend von der Anspannung befreite, die ein Feuerwehreinsatz mit unbekannter Ursache auf der U-Bahnlinie ausgelöst hatte.

Was mich allerdings wirklich etwas verdrießlich stimmte, waren heute die zwei schicken Männer auf der Baustelle: die hätten mit nacktem, glänzendem, muskelbepacktem Oberkörper und ihren Presslufthammern in der Sommersonne definitiv für entrückte Verzückung gesorgt, aber wirkten in Winterkleidung immerhin vielversprechend.

Die BSR ließ jedoch vorsorglich verkünden: Wir können etwas gegen den Winter tun, aber verhindern können wir ihn nicht.

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